 |
Die gesetzliche Rente verliert an Gewicht |
 |
|
 |
Wer finanziert in Deutschland eigentlich die staatlichen Renten? Die Antwort ist einfach: wir alle, die viel zitierte „Solidargemeinschaft″. Fast alle Arbeitnehmer, Arbeitgeber und auch viele Selbstständige zahlen Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung und kommen so für die Rente der Ruheständler auf.
Ihre Beiträge zur staatlichen Rentenkasse werden also nicht für Ihre spätere eigene Rente angespart, sondern sofort wieder für laufende Auszahlungen an die heutigen Rentner verwendet, sozusagen „umgelegt″. Man spricht daher auch vom Umlageverfahren – und vom „Generationenvertrag″, der dieses Verfahren ermöglicht.

Quelle: Statistisches Bundesamt. Im Gegenzug haben Sie als Beitragszahler einen rechtlichen Anspruch auf eine eigene staatliche Altersrente. Dass sie künftig besonders hoch ausfallen wird, ist allerdings nicht anzunehmen. Die Gründe: die steigende Lebenserwartung und die sinkende Geburtenrate. Heute müssen immer weniger Arbeitnehmer die Versorgung von immer mehr Rentnern finanzieren. Während im Jahr 2008 auf einen Rentner 3,5 Erwerbstätige kamen, werden 2030 nur noch 2,3 Erwerbstätige das Einkommen eines Rentners finanzieren.
Der deutsche Staat hat inzwischen mit mehreren Reformmaßnahmen auf diese Entwicklung reagiert. Eine jüngste Neuerung wurde 2006 vom Bundestag beschlossen: die Rente mit 67. Schrittweise soll das offizielle Renteneintrittsalter ab 2012 erhöht werden; betroffen ist jeder, der nach 1946 geboren ist. Mit 65 oder noch früher in Rente zu gehen wird zwar auch in Zukunft möglich sein – allerdings mit deutlichen Abschlägen bei den staatlichen Rentenansprüchen.
Wie werden Ihre persönlichen Rentenansprüche berechnet? Grundsätzlich hängt die Höhe Ihrer Rente davon ab, wie lange Sie gearbeitet bzw. eingezahlt und wie viel Sie verdient haben. Die Berechnung erfolgt nach einem komplexen Punktesystem: Zuerst werden Entgeltpunkte ermittelt und daraus dann Ihr monatlicher Rentenbetrag.
Sie erhalten von der Deutschen Rentenversicherung regelmäßig eine Renteninformation mit allen wichtigen Daten. Diese Renteninformation erhält jeder, der mindestens 27 Jahre alt ist und bereits 5 Jahre Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse zahlt.
Fazit: Die demografische Entwicklung zeigt, dass die gesetzliche Rente künftig nicht mehr unseren Lebensstandard, bestenfalls unsere Existenz sichern kann. Daher wird es unabdingbar, in allen drei Vorsorgeschichten aktiv zu sein. Wer heutzutage in erster Linie auf die gesetzliche Rente vertraut, wird später mit erheblichen finanziellen Einbußen rechnen müssen.
|